Versandhandel aus Litauen ?

Samstag, 05. September 2009 von admin

Seit einiger Zeit macht es sich bemerkbar, dass Händler auf sogenannten Verkaufsplattformen wie Ebay oder Amazon Ihren Firmensitz in Niedrigsteuerländern wie zum Beispiel Litauen oder der Ukraine angeben – wobei der Umsatz natürlich nicht im dortigen Land erwirtschaftet wird, sondern komplett aus der unternehmerischen Tätigkeit in Deutschland erwirtschaftet wird.

Natürlich darf mit höchster Wahrscheinlichkeit auch davon ausgegangen werden, dass der betreffende Händler nicht ein einziges mal in dem Land gewesen ist, wo der angebliche Firmensitz eingetragen wurde.

Das Ziel, was durch eine solche Angabe erreicht werden soll ist sehr einfach zu beschreiben – anstatt in Deutschland knappe 50% an Steuern zu zahlen, soll durch diesen Trick der Firmenumlagerung der zu zahlende Anteil um bis zu 35% reduziert werden.

Für den Verbraucher – Käufer – ändert sich auf den ersten Blick hierbei nichts. Immerhin soll es einem ja fast egal sein, woher man seine Lockenwickler oder Babystrümpfe bekommt – Hauptsache es ist günstig. Lediglich in Fragen der Gewährleistung bei einem Produktmangel kann es zu Problemen führen, wenn man auf einmal feststellen muss, dass die Firma angeblich in Litauen zu finden sei.

Aber zu viel Wert sollte man auf diese Erkenntnis auch nicht legen, denn auch wenn der Händler seinen Sitz in Deutschland hat sind viele dieser „freischaffenden Versender“ ja nichts anderes, als eine Masse von Menschen die in vielen Fällen einer geregelten Arbeit nachgehen und in Ihrer Freizeit dann eingehende Bestellungen annehmen und zu einem Hersteller Ihrer Wahl zur Auslieferung weiterleiten.

Oder glauben Sie etwa, dass man durch den Verkauf von Körnerkissen oder Überdecken sein Leben selbstständig finanzieren könnte ?

Das unser Steuersystem von eigentlich allen als ungerecht empfunden wird – die die viel Zahlen sehen sich ausgenommen und die die nichts zahlen empfinden hohe Gehälter als Ausbeute des Volkes und würden den Steuersatz am liebsten noch weiter angehoben wissen – ist ja hinlänglich bekannt. Ebenso bekannt ist es, dass die großen Unternehmen allesamt schon Ihre Wege gefunden haben um lediglich die Grundsteuern noch im Lande zu lassen, die Gewinne jedoch anderswo umzulenken.

Neu dabei ist jedoch, dass auch die kleineren Händler immer offensichtlicher versuchen Ihren unternehmerisches Arbeitserlöß – welches man mit jeder Art der Selbstständigkeit eingeht – nicht durch 50% Abgaben (oder mehr, je nach Einkommen) mindern zu lassen.

Inwiefern es nun rechtlich möglich ist in Land A zu handeln und zu wohnen und Land B das Einkommen zu versteuern ist mir persönlich nicht bekannt. Ich vermute hierbei lediglich, dass man sich wohl stetig in einer Grauzone bewegen wird.

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Dieses ist jedoch auch gar nicht der Kernpunkt der Geschichte. Wenn große Unternehmen schon seit Jahrzehnten keine Gewinne mehr in Deutschland versteuern, sollte dieser Weg auch allen kleineren Unternehmen offenstehen. Letztendlich bleibt die Bürde den Staat am Leben zu erhalten jedoch an jenen Unternehmen hängen, die keine Möglichkeit haben eine weltweite Tätigkeit vorzugaukeln.

Für mich bleibt es einfach unbegreiflich dass der Staat große Unternehmen – nur weil diese gebündelt Arbeitsplätze schaffen – steuerliche Freiheiten bietet, die fast allen anderen nicht zustehen. Kein Wunder, dass alle die zu mindestens virtuell Ihren Sitz auch im irgendwo haben können diese Möglichkeiten der Erleichterung ebenfalls nutzen.

Hängen bleibt es jedoch – wie so oft – am Mittelstand der die Ausfälle wieder hereinholen muss. Auf Dauer kann dieses ausbluten nicht funktionieren. Und spätestens nach der Wahl 09 – wenn kurz darauf die Steuern erhöht werden – werden wir noch viele Unternehmen sehen, die Ihren Firmensitz auf einmal in Litauen, Georgien oder sonst wo hin verlagern.

Derzeit steuern wir nicht auf eine Lösung der Krise zu, sondern basteln an einer neuen Krise die in wenigen Jahren brachial auf unseren Wohlfahrtsstaat hernieder brechen wird.

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